Okt 21 2008

Profilbild von René Goldschadt

In den Harz geschaut

Wir waren für 4 Tage im Harz.
Dort in St. Andreasberg, so auf 700 NN.
(Eine sehenswerte moderne Webseite, Annaberg-Buchholz könnte sich hier einige Tricks und Tips absehen.)
Entspannung war angesagt. Die Pension gemütlich, aber ohne WLAN.

Sie kennen das Gefühl, Sie fahren in ein Gebiet, das Sie nicht kennen? Sie nehmen die Gegend, die Häuser, die Menschen, die Werbung mit anderen Augen war als in heimischen Gefilden. Weit vor den eigentlichen Orten geben große, sehr große hölzerne Aufsteller Kunde von zu erwartenden touristischen Attraktionen. Klar, der Brocken wird an jeder Ecke benannt. Er ist so wichtig wie der Fichtelberg im Erzgebirge. Allein, der Eindruck ist, er scheint sehr wichtig zu sein. Bei unserer Fahrt mit der Brockenbahn habe ich soviel Wandersleute wie noch nirgends dem Gipfel zustreben sehen. Und die Bergbahnen schaffen unzählige Touristen auf den höchsten Punkt des Harzes. So auch auf die Rosstrappe und den Hexentanzplatz in Thale. In Wernigerode haben wir gelebten Tourismus erlebt. Tausende Besucher durchströmen die ca. 36.000 Einwohner zählende Stadt. Alle Cafes, Restaurants und Hotels werben mit geschmückten Tischen vor den Häusern um Gäste. Kleinbahnen schaffen Gäste auf das Schloß Wernigerode und zurück in das verkehrsfreie Stadtzentrum. Pferdekutschen unterstützen dieses Gewusel. Geschäfte sind Sonntags nach 14 Uhr geöffnet und bieten ihre Waren feil. Stimmengewirr in allen deutschen Dialekten.
Wenn ein Drittel oder weniger der Touristen nicht dort, sondern bei uns Erzgebirge wären, würde dem Harz nicht sehr viel fehlen und wir hier viel gewinnen. Was hat der Harz, was wir hier nicht haben?

  • Der Harz liegt mitten in Deutschland.
  • Der Harz ist aus allen Windrichtungen bequem erreichbar. Die Infrastruktur der Verkehrswege ist bestens ausgebaut.
  • Der Tourist / Gast wird überall herzlichst willkommen geheißen. Ortseinfahrten sind nicht Werbeschild verstellt sondern laden die Gäste ein.
  • Die Orientierung zu touristischen Attraktionen wird dem Gast in den Orten und zwischen den Orten leicht gemacht.
  • Das in St. Andreasberg besuchte Fremdenverkehrsbüro war von hoher Qualität und eingebettet in das kommunale Kultur- und Veranstaltungs-Center.

In dieser Stimmungslage sind wir nach 4 Tagen in das Erzgebirge zurück gefahren und waren, sagen wir es mal so, ernüchtert vom ersten Anblick bei der Einfahrt in den Erzgebirgslandkreis auf der B95. Das ist uns Jahre nicht so aufgefallen. Klar, Gewohnheit tötet Scharfsinn auf das einen Umgebende. Hier wollen wir unseren Blick kritisch schärfen.

Ich denke ganz persönlich und privat, das Erzgebirge hat gefühlte viele Jahre Nachholebedarf um einen touristischen Standard wie zum Beispiel der Harz zu erreichen. Es wäre angenehmer diesen Satz anders zu schreiben. So wollen wir in Zukunft hier im Blog touristische Attraktionen besser vorstellen und missliche Dinge konsequenter ansprechen. So wollen wir den Dialog der Verantwortlichen mit den hier Kommentierenden befördern. Das sollte doch funktionieren. Oder was sagen Sie?

© 2008, René Goldschadt. All rights reserved.

Anzeigen:

Ein Kommentar

Ein Kommentar zu: “In den Harz geschaut”

  1. Thomas Jacobiam 23. Oktober 2008 um 07:20 1

    “Was hat der Harz, was wir hier nicht haben?”
    Möglicherweise auch die richtigen Personen an den entsprechenden Positionen. Ich habe mir mal die Webseiten allesamt angeschaut: übersichtlich, leicht navigierbar und einige auch interaktiv. Da macht es Spass, drin zu stöbern.
    Mir scheint auch, dass dort die Gelder punktuell an den richtigen Stellen eingesetzt bzw. ausgegeben werden.
    Ob im Harz z.B. so eine Posse wie am Fichtelberg (siehe Hochexplosive Stimmung am Fichtelberg möglich wäre? Beim jetzigen Stand der Dinge wohl kaum. Es scheinen dort alle an einem Strang zu ziehen, Neid ein Fremdwort zu sein. Nur so kann dies auch funktionieren.

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben

Anzeigen: