Feb 01 2009
Große Schnitz- und Klöppelausstellung in Königswalde

Qualität und hoher Schauwert locken die Besucher
Am 31. Januar 2009 wurde die 19. Schnitz- und Klöppelausstellung in Königswalde eröffnet. Bis 15. Februar wird sie die Besucher erfreuen.
Die aus 18 Mitgliedern bestehende Schnitzergruppe, welche auch zu den treusten Mitgliedern des “Verbandes Erzgebirgischer Schnitzer” zählt, zeigt gemeinsam mit den Klöpplerinnen eine umfangreiche Übersicht aus der Arbeit mehrer Jahrzehnte, insbesonders aber aus den vergangenen Jahren.
” Wir haben wirklich viele Ausstellungen gemacht, aber diese ist die Schönste” sagte der Vereinsvorsitzende Wolfgang Süß in seiner kurzen
Eröffnungsansprache mit berechtigtem Stolz. Nur durch den festen Zusammenhalt, der Freude am kreativen Gestalten und der Fähigkeit, sich
in dieser schönen Volkskunst weiterzubilden, nicht stehen zu bleiben, konnte zu derartig anspruchsvollen Ergebnissen führen. Schnitzen aus Leidenschaft, handwerklich sauber und immer individuell, ohne Schablonenkult, entstanden Skulpturen, Reliefs, Bastelarbeiten, Pyramiden und vieles mehr. Die kulturellen Werte unserer Heimat, den Fleiß, Erfindergeist und die Aufrichtigkeit der Erzgebirger – hier findet man dies noch in einer anheimelnden Atmosphäre.

Unter Schnitzern schon legendär: Die Gespanne von Günter Herrmann
Eine weitere Stärke der Königswalder Schnitzer sind die Gemeinschaftsarbeiten. Viele entstanden in den letzen Jahren. Sie zeigen sich selbst bei der Himmelfahrtstour, sie fertigten die bekannten Originale aus der “Buchholzer Nationalhymmne” und andere Werke. Im Jahr 2008 entstand die neueste szenische Darstellung ; wie sie selbst zum Schnitzabend arbeiten ( Foto oben im Vordergrund).
Der Altmeister des Vereins, Günter Herrmann, zeigt eine ganze Parade seiner Gespanne und anderer Schnitzereien, ein erheblicher Teil aus seinem Lebenswerk. Der wohl erfolgreichste Schüler des berühmtenn Paul Scheider, den viele Schnitzer als Vorbild verehren, wird in Kürze seinen 80. Geburtstag feiern. In seiner Nachfolge hat sich Wolfgang Süß
schon lange einen ebenso guten Namen gemacht. Seine vielen Exponate beweisen es. Bei ihm kommt noch eine seltene Besonderheit dazu. Auch in mechanischen Dingen ist er begabt und erfahren, und so ist es ein wahres Vergnügen, seine beweglichen Buckelbergwerke und Bergwerksmodelle zu betrachten und in Aktion zu sehen. Aber auch die Arbeiten aller anderen Aussteller verdienen angemessene Beachtung.

- Buckelbergwerk von Wolfgang Süß
Das Spektrum ist sehr breit. “Aa emol was annersch machen is
aa net schlacht” hört man da. Gemeint sind dabei meist Einzelstücke, welche vom traditionellen Klischees des Bergmännischen und der Heimat-
figuren abweichen. So zum Beispiel der alte Germane, welcher gerade
aus der Schlacht im Teutoburger Wald herausgesprungen scheint.
Hier ist “Germania”, so der Titel,noch wehrbar und läßt keine Zweifel daran, das auch beweisen zu können.
Hintergründig, etwas tiefsinnig, ohne dabei aufdringlich zu sein, sind es auch Themen, welche die Menschen heute beschäftigen. Dazu gehört das Stück “Auf der Walz”.
Hinter zwei wandernden Handwersburschen aus dem 19. Jahrhundert ein moderner Mensch unserer Tage, mit Krawatte und Aktentasche, auch auf dem Weg nach Bayern…

Heimatfiguren, im Hintergrund ein Bild von Lothar Schaarschmidt
Natürlich gehört auch die Klöppelei dazu. Aber dem guten Niveau angepasst. Hier zeigt man bei der Ausstellungsgestaltung nicht das einfallslose ” Deckchen-Männel- Deckchen- Männel usw.”. Konzentriert an einigen Stellwänden und mit Geschmack präsentiert feine gekonnte Klöppeleien, klassisch und zeitgenössisch modern. Neue Ideen, gute Form. Kitschige bunte Stoffblümchen sucht man vergeblich. Katrin Dörfler, die erfahrene und beliebte Klöppellehrerin hat alles im Griff. Seit 1957 in Annaber-Buchholz, seit 65 auch in Königswalde tätig, leitet sie 45 (!) Klöpplerinnen an, welche aus Klöppelgarn, Polyester- und Lurexfäden, manchmal kombiniert mit Attributen aus anderen Materialien, ihr hohes Können zeigen.

- Zarte Klöppelspitzen in vollendeter Geometrie
Vieles könnte man noch über diese “Feierabendschau” schreiben. Doch besser, Sie besuchen diese selbst. Die freundlichen Klöpplerinnen und Schnitzer aus Köngswalde heißen Sie wilkommen.
Ausstellung im Amtsgerichtsaal Königswalde, kurz nach Ortseingang. Hinweisschilder ab Kreuzung Morgensonne.
Geöffnet Mo – Fr 13 -19 Uhr, Sa u. So 10 – 19 Uhr
Eintritt : Erwachsene 2,50 € Kinder frei !
Auf nach Königswalde – es lohnt sich !
© 2009, Dietmar Lang. All rights reserved.
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