Referenz an Carlfriedrich Claus in Annaberg-Buchholz
Sprachblättern und Lautprozesse – weltweit einzigartige Kunstrichtung
Annaberg-Buchholz (MF) Seine Bilder hängen im Deutschen Bundestag. Als einziger ostdeutscher Künstler ist er dort mit seinen Werken vertreten. In seiner speziellen Kunstrichtung, mit seinen Sprachblättern und Lautprozessen, mit der Nutzung von Buchstaben, Klängen und Lauten als Artikulations- und Kunstobjekte erlangte er bereits zu DDR-Zeiten Weltgeltung. Ausstellungen in Tokio und Philadelphia, in Paris und Madrid, in Oxford, Cambridge und Nizza schmückten sich mit dem Claus´schen Schaffen.
Als Sprachkünstler und Philosoph, Maler und Grafiker schuf er ein Werk, das sich in vielfältiger und äußert tiefsinniger Weise mit dem Innersten des Menschen, seiner Psyche, seinen Gedanken, Gefühlen und Wünschen auseinandersetzt. Regungen und Prozesse, die unterhalb der Bewusstseinsschwelle ablaufen, sichtbar oder hörbar zu machen, waren wesentliche Ziele seiner künstlerischen und experimentiellen Arbeit.
Politisch verstand er sich als utopischer Kommunist, als einer, der zur Versöhnung von Mensch und Natur beitragen wollte, als einer, der Menschlichkeit zutiefst verinnerlicht hatte.
Mit Ernst Bloch, Franz Mon, Gerhard Wolf, den Dadaisten Raoul Hausmann und Hans Arp sowie weiteren Künstlern stand er im intensiven Briefkontakt.
Trotz seiner Nähe zu kommunistischem Gedankengut wurde er von der DDR misstrauisch beäugt, gar von der Stasi bespitzelt und in seinen internationalen Kontakten behindert.
Erst nach der Wende wurde sein einzigartiges Werk gebührend gewürdigt. Claus erhielt das Bundesverdienstkreuz, zahlreiche Kunstpreise sowie vom Freistaat Sachsen eine Ehrenprofessur. Die Stadt Annaberg-Buchholz verlieh ihm 1994 die Ehrenbürgerwürde.
Viele Kunstkenner vertreten die Meinung, dass seine Bilder, Grafiken und Zeichnungen in der Ausstellung „60 Jahre – 60 Werke“ einen würdigen Platz gehabt hätten.
Heute wird sein künstlerischer Nachlass im Carlfriedrich-Claus-Archiv der Staatlichen Kunstsammlungen Chemnitz aufbewahrt und wissenschaftlich bearbeitet.
In Annaberg-Buchholz erinnert der Studienraum Carlfriedrich Claus an sein Schaffen. Anlässlich seines 75. Geburtstages wurde er 2005 in seiner ehemaligen Wohnung, direkt gegenüber dem Adam-Ries-Museum eröffnet. Mit dieser Konstellation schufen die Stadt und der Förderverein Carlfriedrich Claus eine wohl einzigartige Symbiose – das Spiel mit Worten und Zahlen, symbolisiert durch Claus und Ries, in trauter Nachbarschaft.
Kunst- und Literaturfestival „Anna Blume“ vom 31. Juli bis 2. August
Weltweites Mail-Art-Projekt: „Anna Blume trifft Anna Berg“
Annaberg-Buchholz, die Geburtsstadt und Wirkungsstätte des Künstlers rückt ihn jetzt mit einem besonderen Projekt ins Licht der Öffentlichkeit. Das Kunst- und Literaturfestival „Anna Blume“ versteht sich als eine besondere Hommage an Carlfriedrich Claus. Vom 31. Juli bis zum 2. August laden zahlreiche Veranstaltungen in die Erzgebirgsstadt ein. Lesungen, Musiken und Filme, Aktionen, Performances und Ausstellungen werden die vielfältigen Facetten des Claus´schen Werks beleuchten. Weiterlesen »
Tags: Annaberg-Buchholz, Carlfriedrich Claus, Pressemitteilung